Klassische Homöopathie

Die homöopathische Behandlungsweise wurde vor ca. 200 Jahren von dem deutschen Arzt und Chemiker Dr. Samuel Christian Hahnemann entdeckt und entwickelt.

Wesentlich ist dabei, dass nach dem sog. Ähnlichkeitsprinzip das eine Arzneimittel, das möglichst alle Krankheitssymptome abdeckt, ermittelt wird. Dieses nennt man auch Simillimum oder das Ähnlichste. Dieser Vorgang der Mittelfindung wird Repertorisation genannt. Das repertorisierte Einzelmittel wird dann in der für den Patienten geeigneten Form, d.h. Potenz, verordnet. Samuel Hahnemann hatte festgestellt, dass verabreichte Mittelgaben in unverdünnter Urtinktur zu heftigen Reaktionen beim Patienten führten. Abhilfe brachten große Verdünnungsschritte bei gleichzeitiger Verschüttelung. Zum Beispiel ist eine C-Verdünnung eine Verdünnung von 1 zu 100, wobei bei jedem Verdünnungsschritt jeweils 100 Mal verschüttelt wird. Als besonders geeignet stellten sich zunächst C30 Potenzen heraus, d.h. wenn die 1 zu 100 Verdünnung 30 Mal wiederholt wurde und bei jedem Verdünnungsschritt die Probe jeweils 100 Mal verschüttelt wurde.

Samuel Hahnemann hat Zeit seines Lebens mit den Mittelgaben weiter experimentiert. Er war sich als Chemiker damals sehr bewusst darüber, dass in seinen potenzierten Mittelgaben keine materielle Substanz mehr wirksam sein konnte, sondern die Wirkung der Arzneien "geistartiger Natur" sei. Seine letzten Erkenntnisse waren, dass sog. LM-Potenzen besonders sanft und gleichzeitig tiefwirkend waren. Seine Unterlagen darüber wurden aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt.

Seine ganzen Erkenntnisse hat er u. a. im Organon, seinem Gesetzeswerk über die Heilkunst festgehalten.

Die klassische Homöopathie richtet sich nach Samuel Hahnemanns Vorgaben, sie ist außerordentlich komplex und zeitintensiv. Sie benötigt neben großer Sachkenntnis viele Angaben: Körper-, gemüts- und geistbezogen. Auch Informationen über die Krankheitsgeschichten der Eltern, Groß- und Urgroßeltern sind von Bedeutung.

Das geistartige Wirkprinzip der Homöopathie ist bis heute nicht geklärt. Neueste Erkenntnisse aus der Physik - insbesondere der Quantenphysik und der physikalischen Chemie - ermöglichen aber hochinteressante neue Verständnismöglichkeiten.